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Vierjahreszeiten (1981/82)

Hanne Darboven

Hanne Darboven

Titel: Vierjahreszeiten (Track 01)
Herausgeber: private release, Germany
Datum: 1981/82
Medium: record 30 cm

Hanne Darbovens monumentales Werk Vierjahreszeiten von 1981 ist das erste Werk von ihr, das mit Farbe durchzogen ist und in das Postkarten integriert wurden, und es ist das zweite Werk, das sie in Musik überführte. Die raumgreifende Installation, die 1983 auf der documenta 7 ausgestellt wurde, besitzt einen zeitlichen Charakter und weist damit eine Parallelität zur Musik auf. Die den einzelnen visuellen Arbeiten zugrundeliegenden Zahlenkonstruktionen sind dabei von Darboven in musikalische Strukturen übertragen worden, indem die Zahlen bestimmter Zeitrechnungen in Noten umgesetzt und dann von einem professionellen Musiker in musikalisch aufführbare Partituren transkribiert wurden. Zu Tonlänge, Rhythmus, Tempo, Dynamik oder Artikulation (staccato, legato) machte sie keine Angabe, und überließ diese Herausforderung dem transkribierenden Musiker. Damit entsteht „Die totale Abstraktion der Kunst, das ist Musik“, wie Hanne Darboven es formulierte. Diese letzte Stufe ihrer Kunst beruht auf einer komplexen Herleitung mathematischer Regeln, die dem unbedingten Drang nach einer asketischen Ordnung zu folgen scheint. Sie entwickelte Wege, den von ihr dargestellten Kosmos zusammenzufassen und schließlich über Bild und Sprache sowie Linien und Zahlen in Musik münden zu lassen. Hanne Darboven selbst verwendete für ihre Kompositionen den Begriff der mathematischen Musik.

Das 1981 entstandene musikalische Werk Vierjahreszeiten 1981/82. Opus 7 "Der Mond Ist Aufgegangen" hat Hanne Darboven in diesem Sinne selbst komponiert, umgesetzt hat es Friedrich Stoppa als elektronische Musik. Entstanden ist ein faszinierendes Klangerlebnis als eine Mischung aus elektronischer Musik, "mathematischer Musik" (nach Hanne Darboven) und der großen Tradition der deutschen Klassik.

Die Langspielplatte gab Darboven 1982 im Selbstverlag in einer Auflage von 300 Exemplaren heraus. Das hier vorliegende Stück ist die A-Seite der Platte.