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Vibrespace (1963)

Henri Chopin

Henri Chopin

Ti­tel der Com­pi­la­ti­on: OU. Sound Poetry. An Anthology
Ti­tel: Vibrespace (CD 1, Track 04)
Her­aus­ge­ber: Henri Chopin
La­bel: Alga Marghen, Mailand
Da­tum: 1963/202
Me­di­um: 4 CDs mit Buch in Box
Cover nach Gianni Bertini

 

Henri Chopin kaufte im Jahr 1955 seinen ersten Kassettenrekorder. Er begann, Aufnahmen zu verändern und mit den Geräuschen zu experimentieren, die er häufig unter Verwendung seines eigenen Körpers aufnahm. Er gilt als der einzige Künstler seiner Zeit, der Geräusche aufnahm, indem er ein Mikrofon verschluckte. Die Verbindung der Kunst avantgardistischer Strömungen des 20. Jahrhunderts mit den technischen Errungenschaften seiner Zeit machte ihn zu einem der Pioniere in Bereich der Sound Art. Mit einem neuen Denken und Handeln im Feld der Poesie schuf Chopin als anti-ästhetisch empfundene Audio-Werke und betrat damit das neue Feld der Klangpoesie. Chopin produzierte über 100 klangpoetische Stücke, darunter Pêche de nuit, Soundtrack des gleichnamigen Films des belgischen Künstlers und Filmemachers Luc Peire, der in 1963 mit dem prix Signal du film expérimental ausgezeichnet wurde. 

Die Arbeit Vibrespace (1963) ist eine Auseinandersetzung mit den Anfängen der Raumfahrt und der neuen klanglichen Ästhetik, die durch Funksprüche und elektronische Kommunikation mit Maschinen und Satelliten entstanden ist. Auch hier setzt Chopin Tonaufnahmen von mit dem menschlichen Körper erzeugten Geräuschen ein, die er durch die Manipulation der Abspielgeschwindigkeit des Tonbandes und der Lautsärke verfremdet und neu montiert. Chopin veröffentlichte diese Arbeit in Ausgabe 20/21 der Revue OU/Cinquième Saison im Jahr 1964.