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Tonträger

Audio Kassette

Die Ver­füg­bar­keit von Kas­set­ten­re­cor­dern seit 1963 und da­mit die Mög­lich­keit, zu­hau­se Kas­set­ten auf­zu­neh­men, er­mög­lich­te es vie­len Künst­lern und klei­nen Ver­la­gen, Kas­set­ten her­aus­zu­ge­ben, die sie je nach Nach­fra­ge ver­viel­fäl­tig­ten. Es war nicht nö­tig, gro­ße Geld­sum­men zu in­ves­tie­ren oder etwa 500 Vi­nyl-Schall­plat­ten zu pres­sen (die Min­dest­auf­la­ge). Die Rech­te von Co­py­right-Or­ga­ni­sa­tio­nen zu er­hal­ten war eben­falls kein The­ma mehr.
Die­se neue Form des Ver­öf­fent­li­chens – wie die Fo­to­ko­pie für Bü­cher – er­laub­te es, Kunst­wer­ke un­ab­hän­gig und für ein klei­nes Pu­bli­kum zu ver­brei­ten.
Beispiel: 
- S Press, München
- Audio Arts, London
Au­ßer­dem ent­stan­den kol­lek­ti­ve Pro­jek­te, ver­gleich­bar den Assemblings im Be­reich ge­druck­ter Pu­bli­ka­tio­nen.
Bsp.:
- Vec Audio Exchange, Maastricht

Compact Disc (CD)

Com­pact discs (CD) er­schie­nen erst­mals An­fang der acht­zi­ger Jah­re auf dem Markt und lös­ten bald die Vi­nyl-Schall­plat­te ab. Ihr For­mat er­laubt je­doch nicht die kom­ple­xe und sub­ti­le Ver­bin­dung vi­su­el­ler und akus­ti­scher As­pek­te, die ein be­son­de­res Merk­mal von Künst­ler­schall­plat­ten ist, trotz wie­der­hol­ter Ver­su­che, die­se Schwie­rig­keit zu über­win­den.
Als Bei­la­ge in Ka­ta­lo­gen ist die CD ein ge­bräuch­li­ches Me­di­um ge­wor­den, ver­gleich­bar den vi­su­el­len Re­pro­duk­tio­nen von Kunst­wer­ken.

Flexidisc

Eine Plat­te von 17 cm Durch­mes­ser, ge­presst auf ei­nen fle­xi­blen Trä­ger, emp­find­lich, güns­tig zu pro­du­zie­ren, je­doch von ziem­lich durch­schnitt­li­cher Qua­li­tät. Fle­xi­discs wur­den oft Zeit­schrif­ten oder Bü­chern als Bei­la­ge bei­ge­fügt.

Picture Disc

Eine Plat­te mit be­druck­ter Bild­flä­che, die aber noch ab­spiel­bar ist.
Bsp.:
- Laibach: "Sympathy for the devil. Sympathy for 
the devil II", Mute Records, London 1988.
- Ror Wolf: "Der Ball ist rund –Schwierigkeiten beim Umschalten", Edition RZ, Berlin 1987 (1978/79).

Schallplatte

Wie der Name schon sagt [im Fran­zö­si­schen „dis­que“ = Schei­be / Schall­plat­te] han­delt es sich um ein fla­ches, run­des – in der Re­gel schwar­zes – Ob­jekt. Es gibt je­doch auch far­bi­ge oder mit Bil­dern be­druck­te Plat­ten (sie­he „Pic­tu­re Disc“). Das be­nutz­te Ma­te­ri­al, z.B. Schel­lack oder Vi­nyl, va­ri­iert je nach Ent­ste­hungs­zeit. Eben­so das For­mat: Die ge­bräuch­lichs­ten For­ma­te mes­sen 17, 25 oder 30 cm im Durch­mes­ser.
Schall­plat­ten wer­den meis­tens für Mu­sik­auf­nah­men ver­wen­det, sind aber über­ra­schen­der Wei­se und mit Be­geis­te­rung von bil­den­den Künst­lern ent­deckt wor­den. Für Klang­poe­ten sind sie ein un­er­läss­li­ches Me­di­um. Heu­te wer­den Vi­nyl-Schall­plat­ten von vie­len Samm­lern ge­schätzt und be­gehrt.

VINYL
Ein syn­the­ti­sches Ma­te­ri­al, das seit 1948 Schel­lack als Ma­te­ri­al für die Pro­duk­ti­on von Schall­plat­ten ab­ge­löst hat. Das neue Ma­te­ri­al er­laub­te, fei­ne­re Ril­len (microgrooves) auf eine Flä­che von 30 cm Durch­mes­ser zu pres­sen, so dass sich die Spiel­dau­er ver­län­ger­te. Die­ser Schall­plat­ten-Typ er­hielt ver­schie­de­ne Be­zeich­nun­gen: Vi­nyl, 33 rpm, microgroove, Lang­spiel­plat­te oder extended play record.

Tonband

Die­ses Ge­rät, das ein Ma­gnet­band ver­wen­det, wur­de erst­mals 1937 von der Fir­ma AEG/​Te­le­fun­ken auf den Markt ge­bracht. Seit den sech­zi­ger Jah­ren ist „Re­vox“ das von Künst­lern be­vor­zug­te Mo­dell, dank der Viel­zahl von Mög­lich­kei­ten, den Ton zu be­ein­flus­sen und zu ma­ni­pu­lie­ren. Das Ton­band er­mög­lich­te es Künst­lern zu­dem erst­mals, ihre Ar­bei­ten sel­ber auf­zu­neh­men, ohne auf ein pro­fes­sio­nel­les Stu­dio an­ge­wie­sen zu sein. Ihre Ak­ti­ons­frei­heit er­wei­ter­te sich.