A.R. Penck (bürgerlicher Name: Ralf Winkler, 1993 - 2017) ist vor allem für sein Schaffen als Bildender Künstler, aber auch als Jazzmusiker bekannt. Der aus der DDR stammende Ralf Winkler war Mitglied der Künstlergruppe Erste Phalanx Nedserd, aufgrund deren kompromisslosen künstlerischen Strebens er an Kunsthochschulen in Berlin und Dresden nicht angenommen wurde. Er absolvierte von 1955 bis 1956 bei der DEWAG (Die Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft) eine Lehre als Zeichner, die er allerdings bald abbrach und sich als Heizer, Nachtwächter, Briefträger und Kleindarsteller in Filmen zum Gelderwerb durchschlug.

Unter seinem nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck gewählten Pseudonym A. R. Penck wurde er schließlich 1966 als Kandidat für den Verband bildender Künstler in Betracht bezogen. Seine Mitgliedschaft wurde allerdings abgelehnt, nachdem 1969 seine Probleme mit der Staatssicherheit zunahmen und daraufhin seine Bilder beschlagnahmt wurden.

Charakteristisch für Pencks Bilder ist die von ihm erfundene, universelle Zeichen- und Symbolsprache, die mit ihren Strichmännchen und grafischen Bildzeichen sehr an Höhlenmalerei, asiatische Kalligrafie und Graffiti erinnert. Seine sogenannten Standart-Bilder mit ihren einfachen Symbolen, sollten Betrachter so klar durchdringen können, wie z.B. Verkehrsschilder.

Trotz eines Ausstellungsverbots stellte Penck 1972 in München auf der documenta 5 aus. Ab 1973 arbeitete er unter dem Pseudonym Mike Hammer an einer Werkserie, die in der Folge von Musik- und Kunstveranstaltungen entstand, welche er gemeinsam mit Künstlerkollegen organisierte.

Die Kontrollen der Staatssicherheit nahmen noch mehr zu als ihm 1975 der Will-Grohmann-Preis durch die Akademie der Künste in West-Berlin verliehen wurde. 1979 gipfelten die Repressionen schließlich in der Zerstörung seines Atelierinventars seiner Ausbürgerung in 1980.

Danach lebte er zuerst in Köln, zog 1983 nach London und erlebte seinen internationalen Durchbruch. Er widmete sich wieder stärker der Musik und gründete gemeinsam mit Frank Wollny und Markus Lüpertz die Gruppe Triple Trip Touch (aka T.T.T. oder TTT). Er verfasste außerdem Gedichte Essays und theoretische Texte und veröffentlichte als Jazzmusiker Tonträger, deren Cover er selbst gestaltete.

Von 1988 bis 2003 unterrichtete er als Professor für Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie. 

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